Solidarisch durch die Hitze

Die Hitze diesen Sommer schlägt sämtliche Rekorde und ist längst nicht mehr nur eine Frage des Wetters. Doch die Klimakrise trifft nicht alle Menschen gleich stark. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen, Menschen mit Behinderungen, Familien mit kleinen Kindern und Menschen, die in Armut oder ohne festen Wohnsitz leben. In der schlecht isolierten Dachgeschosswohnung schwitzt es sich noch einmal ganz anders als im klimatisierten Neubau.
Extremwetterereignisse wie Hitze verstärken bestehende soziale Ungleichheiten. Je ärmer die Wohngegend, desto weniger Isolierung, Klimatisierung und Grünflächen. Menschen mit wenig Geld haben zudem weniger Möglichkeiten kühlere Orte aufzusuchen. Weil auch Mobilität ungleich verteilt ist. Oder weil Krankheit und Pflege an den Wohnraum binden. Auch obdachlose Menschen sind der Hitze stärker ausgesetzt und haben häufig keinen Zugang zu ausreichend Trinkwasser, Schatten oder klimatisierten Räumen.
Hitzeschutz ist also nicht nur eine ökologische, sondern auch soziale Aufgabe. Für besonders gefährdete Menschen brauchen wir neue Strukturen und passende Angebote. Dazu gehören kostenlose Trinkwasserstellen, kühle Aufenthaltsorte, Beratungsangebote und eine gute Vernetzung sozialer Einrichtungen.
Die Folgen der Umweltkrisen zeigen uns auch wie wichtig Solidarität ist. Wir alle haben gemerkt, dass die Klimaveränderungen stark sind und wir darauf als Gesellschaft nicht ausreichend vorbereitet sind. In dieser Zeit ist es wichtig, nicht nur auf Politik zu verweisen, sondern aktiv Gesellschaft zu gestalten. Eine Trinkwasserflasche für die Obdachlose, ein Einkauf für den älteren Nachbarn oder eine Einladung in klimatisierte Räume bringt auch bei Hitze ein Lächeln- und rettet im Zweifelsfall sogar Leben.
Lisa Bost, Caritas Saar-Hochwald e.V.
