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Berühren lassen in der Bilderflut

Zwei Helfer gehen durch Trümmer zerstörter Gebäude, weitere Menschen im Hintergrund.
Datum:
5. Okt. 2026
Von:
Rainer Stuhlträger

 Mir begegnen immer mehr Menschen, durch alle Generationen hindurch, die ihren Fernseher abschaffen, oder gar nicht erst einen angeschafft haben. Mancher sicher wegen der mäßigen Qualität, den oberflächlichen Inhalten und der ständigen Wiederholungen.

Sorgen bereiten mir die „Abstinenzler“, die sich bewusst schützen wollen vor der Flut der schlechten Nachrichten. Sorgen bereiten mir aber auch die Menschen, die unberührt die harte Dosis der Elendsfakten ständig konsumieren können. Für eine tiefere Analyse der beschriebenen Befindlichkeiten reicht der Rahmen dieser Kolumne nicht aus, aber für einige Gedankenanstöße.

Keiner von uns kann die Welt retten, aber wenn uns ein bedürftiger Mensch mit seiner Not begegnet, dann sollten wir für ihn zu seinem „Nächsten“ werden. Jesus Christus erzählt in einer Beispielgeschichte (Der barmherzige Samariter Lukas 10,25ff) von dieser sich im Leben oft ergebenen Konstellation. Not kommt in konkreter Gestalt eines realen Menschen oft ganz nah und dadurch sind wir ganz nah (der Nächste) dran. Der Nächste sein im Sinne Jesu heißt: Sich einem Menschen an die Seite stellen und mit den uns gegebenen Möglichkeiten helfen.

Es gab schon Zeiten die machten es nötig, dass andere Menschen mir zu Nächsten wurden und ich von ihrer Hilfe profitieren konnte. Dann hat es sich so entwickelt, dass ich, gerade weil mir geholfen wurde, für immer mehr und immer auch andere Menschen ein helfender Weggefährte sein konnte und kann.

Ich will mich nicht abschotten und auch nicht immun werden, sondern berührt werden, auch wenn es mir mal den Schlaf raubt, weil es kein Kuschelgefühl ist. Der Horizont der Bedürftigkeit ist weit und wird immer weiter. Manchmal sind wir dann „nur“ Unterstützer für Andere die helfen, auch da, wo wir nicht sein können.

Neben der konkreten Hilfe die geschieht, wird auch eine wichtige Wahrheit zu den bedürftigen Menschen transportiert: GOTT hat dich nicht vergessen! Das zu zeigen und zu sagen gehört zur christlichen Existenz.

 

Pastor i. R. Robert Kloppenburg, Evangelisch-Freikirchliche Gemeinden