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Auch du warst fremd in Ägyptenland  

Hände die sich gegenseitig stützen
Datum:
9. Okt. 2026
Von:
Rainer Stuhlträger

Ich bin befreundet mit einem Maler, der aus Afghanistan stammt. Er wohnt seit Jahrzehnten in Deutschland, hat hier studiert, gearbeitet, eine Familie gegründet, Kinder groß gezogen. Er ist im Vereinsleben gut integriert, was im Saarland wichtig ist. Er hat ein Bild gemalt. Es zeigt ein ängstlich schauendes Paar, gekleidet im Stil der 30ger Jahre. mit Schildern um den Hals. Darauf steht Passdeutsche. Ein Bild, nachempfunden Fotos aus der Zeit des Nationalsozialismus, wie wir sie aus den Schulbüchern kennen. Mich hat das Bild im Mark getroffen.

Im Gemeindehaus unserer Kirchengemeinde finden Kurse für in Deutschland großgewordene Kinder aus arabischen Ländern statt. In diesen Kursen lernen sie die arabische Schrift. Sie tun dieses vielleicht auch aus Interesse an der Kultur ihrer Eltern. Aber hauptsächlich tun sie es aus Angst. Aus Angst vor gezwungener „Remigration“ in eine ihnen fremde Welt.

Die Deutschen, vor denen mein malender Freund und die arabische Schrift lernenden Kinder Angst haben, die AfD, mögen uns Christinnen und Christen nicht und wollen uns mundtot machen. Warum? Weil wir Gott und Gottes Wort bekennen und verkündigen.

Im 3. Buch Mose Kapitel 19, Verse 33 und 34 heißt es: „Wenn ein Fremdling bei dir wohnt in eurem Lande, den sollt ihr nicht bedrücken. Er soll bei euch wohnen wie ein Einheimischer unter euch, und du sollst ihn lieben wie dich selbst; denn ihr seid auch Fremdlinge gewesen in Ägyptenland. Ich bin der HERR, euer Gott.“

Es ist Zeit klar und deutlich zu machen, wer sind und wofür wir stehen.

Für Glaube, Liebe und Hoffnung.

Nicht für Hass, Ausgrenzung und Selbstbezug.

 

Dr. med. Alexander Sudahl

Prädikant

Ev. Kirchengemeinde Wadern-Losheim