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"Ach dieser Monat trägt den Trauerflor..."

Ein Friedhof.ö Dahinter stehen Bäumen im Herbtlaub

„Ach, dieser Monat trägt den Trauerflor“, so beginnt Erich Kästner sein Gedicht über den Monat November. Diese Seite kennen wir vom Monat November. Es wird dunkler, nasser und kälter.Diesem Monat haftet oft das Gefühl von Dunst und Nebel, Grau und Ungemütlichkeit an. Vielleicht liegt das auch daran, dass der November reich gefüllt ist mit Gedenktagen: Allerseelen, gefolgt vom Volkstrauertag und dem Totensonntag, dem Ewigkeitssonntag. Sie alle lenken unseren Blick auf die Vergänglichkeit des Lebens und auf die Menschen, die uns vorausgegangen sind.
Mitten in die Dunkelheit fällt das Fest des heiligen Martin. Wenn Kinder mit ihren Laternen durch die Straßen ziehen, dann setzen sie ein Zeichen: Licht lässt sich weitergeben. Eine Kerze wird nicht dunkler, wenn sie eine andere entzündet. So können auch wir füreinander Licht sein. Gerade dort, wo Menschen Trauer erfahren, wo Krankheit belastet oder wo sich das Ende des Lebens abzeichnet. Wie der geteilte Mantel des heiligen Martin können Gemeinschaft, Mitgefühl und menschliche Nähe wärmen.

Sterben, Tod und Trauer gehören zum Leben. Auch wenn wir diese Themen oft lieber verdrängen, begegnen sie uns früher oder später. Umso wichtiger ist es, Orte und Menschen zu haben, die begleiten, zuhören und mittragen. Unsere Kirche möchte ein solcher Ort sein. Sie möchte Raum geben für Erinnerungen und Trauer, für Fragen und Zweifel, für Hoffnung und Trost.

Dasein in Sterben Tod und Trauer

Das Sterben ist meist kein einzelner Moment, sondern ein Prozess. Körperliche Kräfte nehmen ab, Ruhephasen werden länger und oft treten Fragen in den Vordergrund: Was war mir wichtig? Gibt es etwas zu klären oder auszusprechen? Auch Angehörige erleben diese Zeit häufig als Wechsel von Hoffnung, Sorge, Dankbarkeit und Abschied.

Eine gute Sterbebegleitung orientiert sich an den Gedanken der Palliativ- und Hospizarbeit. Sie möchte Schmerzen lindern, Lebensqualität erhalten und Menschen Sicherheit und Geborgenheit schenken. Neben medizinischer und pflegerischer Versorgung sind menschliche Nähe, Gespräche, gemeinsames Erinnern oder einfach das Dasein oft besonders wichtig.

Für Beratung und Begleitung in dieser Zeit sind die Mitarbeitenden des Ambulanten Hospiz- und Palliativberatungszentrums Beckingen der Caritas Saar-Hochwald wichtige Ansprechpartner.

Zur ganzheitlichen Begleitung gehören aus unserer Sicht auch spirituelle Angebote. Die Krankensalbung, die Krankenkommunion, Segnungen, Gebete oder das Sterbegebet können Trost schenken und helfen, den Abschied bewusst zu gestalten. Für viele Angehörige werden diese Rituale später zu wichtigen Erinnerungen und Kraftquellen in ihrer Trauer.

Der Tod eines nahestehenden Menschen löst oft tiefe Erschütterung aus. Gleichzeitig müssen innerhalb kurzer Zeit viele Entscheidungen getroffen werden. Deshalb möchten wir zunächst ermutigen: Nehmen Sie sich Zeit für den Abschied. Gerade die ersten Stunden nach dem Versterben können wertvolle Momente des Innehaltens, Erinnerns und persönlichen Abschieds sein.

Die Zeit zwischen dem Tod und der Beisetzung ist für viele Menschen besonders intensiv. Die Kirche möchte in dieser Phase durch persönliche Begleitung, Gebet und ihre Rituale Halt geben. Dabei steht die Würde des Verstorbenen ebenso im Mittelpunkt wie die Sorge um die Angehörigen.

Die kirchliche Bestattung bietet einen festen Rahmen für den Abschied:

Das persönliche Trauergespräch:
Vor der Beerdigung nimmt sich eine Seelsorgerin oder ein Seelsorger Zeit für die Angehörigen. In diesem Gespräch geht es um das Leben des Verstorbenen – um das, was gelungen war, aber auch um das, was schwer war. Gemeinsam wird der Gottesdienst vorbereitet und überlegt, welche Erinnerungen und Gedanken ihren Platz finden sollen.

Das Requiem oder die Trauerfeier:
In der Kirche oder in der Friedhofskapelle kommen wir als Gemeinschaft zusammen. Wir hören Worte der Heiligen Schrift, die Trost schenken können, und blicken im Licht des Evangeliums auf das Leben des Verstorbenen zurück. Wir beten für ihn und bitten zugleich um Kraft und Hoffnung für die Hinterbliebenen.

Der Gang zum Grab:
Am Grab vertrauen wir den Leib der Erde an. Das Kreuzzeichen und das Besprengen des Sarges oder der Urne mit Weihwasser erinnern an die Taufe und daran, dass das Leben eines Menschen in Gottes Hand geborgen bleibt. Die letzten Gebete und Segensworte helfen vielen Angehörigen, diesen schweren Schritt bewusst zu gehen.

Die kirchliche Beerdigung macht sichtbar: Niemand geht ganz allein. Wir begleiten unsere Verstorbenen bis an die Grenze dieses Lebens und vertrauen sie der Liebe Gottes an. Wenn Sie einen Todesfall in Ihrer Familie haben, wenden Sie sich gerne an das Team der Seelsorgenden oder an unsere Pfarrbüros. Wir sind für Sie da.

 

Flyerbild Begräbnisse leiten 27

Ehrenamtliche im Dienst als Leiter einer Beerdigung

In den letzten Jahren ist das Team der Seelsorgenden, die diesen Dienst übernehmen, größer und vielfältiger geworden. Besonders dankbar sind wir für die Mitarbeit unserer ehrenamtlichen Beerdigungsleiterinnen Karin Ebert und Renate Hausen, die Menschen kompetent und würdevoll begleiten. Wir würden uns freuen, wenn sich weitere Menschen für diesen wichtigen Dienst interessieren. Das Bistum bietet dazu im kommenden Jahr erneut einen Ausbildungskurs an. 

Mit der Beerdigung endet die Trauer nicht. Oft beginnt die schwierigste Zeit erst dann, wenn der Alltag wieder einkehrt und das Umfeld erwartet, dass das Leben „normal“ weitergeht. Doch Trauer ist keine Krankheit, die überwunden werden muss. Sie ist eine natürliche Reaktion auf den Verlust eines geliebten Menschen und ein wichtiger Weg, das eigene Leben neu zu ordnen.

Niemand muss diesen Weg allein gehen. Deshalb gibt es unterschiedliche Unterstützungsangebote:

  • Das persönliche Gespräch: Manchmal tut es gut, mit jemandem zu sprechen, der nicht zum engsten Familienkreis gehört. Unsere Seelsorgerinnen und Seelsorger stehen Ihnen jederzeit für vertrauliche Trauergespräche zur Verfügung. Daneben gibt es auch in der Trauerbegleitung geschulte Ehrenamtliche. Kontakte 

  • Das Totengedenken (Allerheiligen): Im November laden wir besonders zu den Gedenkgottesdiensten ein. Wir zünden für jeden Verstorbenen des vergangenen Jahres eine Kerze an und nennen ihren und seinen Namen. So bleibt die Erinnerung lebendig.

  • Orte der Begegnung: In unserer Region gibt es das regelmäßige Waderner Lebenscafé. Hier treffen Sie Menschen, die Ähnliches durchmachen wie Sie. Sie dürfen reden, schweigen, weinen oder auch wieder erste Schritte ins Lachen wagen. (Das Waderner Lebenscafe findet jeden zweiten Donnerstag im Monat statt. Infos

  • Weitere Hilfe: Manche Umstände können die Trauer sehr erschweren. Wenn die Trauer ihre Alltagsaktivitäten, ihr gesamtes Leben und ihre sozialen Kontakte über längere Zeit dauerhaft zu sehr einschränkt gibt es die Möglichkeit weiterer Hilfsangebote. Diese können über uns, die Lebensberatung in Merzig oder über ihren Hausarzt vermittelt werden.
Ein Priester im liturgischen Gewand steht auf dem Friedhof vor einem Grab und segnet es mit erhobenen Arm. Um ihn stehen einige Menschen.

Impuls zum Fest von Allerheiligen

Dekan Axel Feldmann teilt seine Gedanken zu Allerheiligen-  wichtig die Gemeinschaft in der Trauer sein kann - wiwe ein Trauerfeier "im kleinen Kreis" auch Menschen vergessen kann, die sich verabschieden möchten....