Dankeschön-Tag für die Trauerbegleiterinnen des Lebenscafés im Atelier von Bettina Reichert:Kreativität, Austausch und neue Perspektiven


Als Zeichen der Wertschätzung für ihr großes Engagement waren die Trauerbegleiterinnen des Lebenscafés am 12. Oktober 2026 zu einem besonderen Seminartag in das Atelier der Künstlerin Bettina Reichert in Kell eingeladen. Ergänzt wurde die Gruppe durch weitere Unterstützerinnen des Lebenscafé-Teams.
Von 10 bis 17 Uhr stand das kreative Arbeiten im Mittelpunkt. Zu Beginn fiel es vielen Teilnehmerinnen nicht leicht, vor dem leeren Blatt Papier zu stehen. Doch Bettina Reichert machte Mut, den Kopf einmal auszuschalten, sich von der Musik tragen zu lassen und mit farbiger Tusche und Wasser einfach auszuprobieren, was entsteht. Zunächst noch zurückhaltend, wurden die Teilnehmerinnen mit der Zeit immer mutiger. Eine von ihnen bemerkte, dass sie sich eigentlich lieber durch das Schreiben ausdrücke, sich aber auf das Experiment eingelassen habe.

Während des kreativen Schaffens entstand immer wieder Raum für Gespräche und persönlichen Austausch. Lebenserfahrungen, Erinnerungen und aktuelle Fragen kamen zur Sprache. So entstand eine lebendige Resonanz zwischen Kreativität und Lebensweg. Gerade in der Trauerbegleitung, aber auch im eigenen Leben, suchen Menschen immer wieder nach guten Wegen. Wo musste ich mutig sein? Was hat mich geprägt? Welche Fragen beschäftigen mich heute? Die künstlerische Arbeit eröffnete dafür neue Zugänge.
Inspiration bot auch das Atelier selbst mit seinen vielfältigen Werken. Besonders beeindruckend waren Arbeiten, in denen Bettina Reichert auch mit Asche arbeitet. Passend dazu fand sich dort ein Spruch der Inuit:
„Das Gestern ist Asche, das Morgen noch Holz. Nur heute brennt das Feuer.“
An einem Bild zeigt die Künstlerin zudem eine ihrer Arbeitsweisen. Mit Tusche und Acryl trägt sie immer wieder neue Schichten auf. Mit Kelle und Schaber folgt sie neuen Impulsen, verändert das Bild und lässt Neues entstehen. Dabei bleiben die früheren Schichten erhalten. „Die unteren Schichten bleiben“, erklärte Bettina Reichert, „und treten mit den neuen in Verbindung.“ Ein Bild, das viele Teilnehmerinnen auch mit ihrer eigenen Lebensgeschichte verbinden konnten: Vergangenes bleibt Teil des Lebens und wirkt in neuen Erfahrungen weiter.
Zwischendurch brauchte auch die Kreativität eine Pause. Mit großer Gastfreundschaft bereitete die Künstlerin für die Gruppe eine Gemüsesuppe zu, die gemeinsam genossen wurde.
Am Ende des Tages war die Überraschung groß, wie viele Kunstwerke entstanden waren. Mit sichtlicher Freude präsentierten die Teilnehmerinnen ihre Arbeiten gegenseitig und staunten darüber, was sich aus den ersten zögerlichen Schritten entwickelt hatte.
Es war ein inspirierender, ermutigender und gemeinschaftsstärkender Tag, der noch lange nachwirken wird.
Das Lebenscafé Wadern
Die Lebenscafés sind offene Treffpunkte für Menschen in Trauer, die das Gespräch und den Austausch mit anderen Betroffenen suchen. Sie finden einmal monatlich, jeweils am zweiten Donnerstag eines Monats, im evangelischen Gemeindehaus in Wadern statt. Bei einem gemeinsamen Frühstück kommen die Teilnehmenden miteinander ins Gespräch. Haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende aus der Pastoral sowie aus der Hospizbewegung begleiten den Vormittag.
Die Teilnahme ist kostenlos und unabhängig von Konfession oder Religionszugehörigkeit. Darüber hinaus werden Einzelbegleitungen durch qualifizierte Trauerbegleiterinnen und Trauerbegleiter angeboten.
Informationen:
Rainer Stuhlträger
Telefon: 01573 2418637
E-Mail: rainer.stuhltraeger@bgv-trier.de
