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Friedliches Miteinander durch Respekt füreinander

Pilgernde Menschen an Ostern in Jerusalem vor wenigen Jahren
Datum:
23. März 2026
Von:
Rainer Stuhlträger
Menschen in Jerusalem stehen an einer Wand und beobachten

Vor einigen Jahren war ich an Palmsonntag in Jerusalem. Gemeinsam mit tausenden Christen aus der ganzen Welt habe ich an der Prozession hinein nach Jerusalem teilgenommen. Die Stimmung war heiter und fröhlich. Es wurde gesungen und getanzt.Vor mir waren Christen von den Philippinen mit Gitarren, hinter mir Italiener mit Trommeln, dazu kamen einheimische Christen, Brasilianer, Koreaner, Polen usw., ein buntes Völkergemisch. Die Strecke führt durch muslimische Wohnviertel und an einigen jüdischen Häusern vorbei. Neben der ausgelassenen Stimmung der Prozessionsteilnehmer, sind mir vor allen Dingen die vielen muslimischen und jüdischen Familien in Erinnerung, die am Wegrand standen und ganz interessiert und neugierig waren. Viele haben Fotos gemacht und Eltern bzw. Großeltern haben den Kindern versucht zu erklären, was da gerade geschieht. Und in vielen Gesichtern habe ich gesehen, dass die Fröhlichkeit der Prozession auch die Zuschauer angesteckt hat. In diesem Jahr sind nur wenige ausländische Pilger in Jerusalem und die Stimmung wird wohl nicht ausgelassen sein. Ich bin aber überzeugt: friedliches Miteinander von Menschen verschiedener Religion, Sprache und Herkunft ist möglich, wenn wir Respekt,  echtes Interesse und Neugier für den anderen haben. Dann kann die Freude am Glauben dabei helfen, den anderen in seiner Andersartigkeit nicht als Bedrohung, sondern als Bereicherung anzusehen.

Karl Josef Schmitt, Pastoralreferent im Pastoralen Raum Wadern