20 Jahre Waderner Tafel- (K)ein Grund zu feiern

Als die Waderner Tafel vor 20 Jahren eröffnet wurde, haben sich viele gefragt, ob eine Tafel auch bei uns im Hochwald nötig sei. Armut und Tafeln haben viele eher mit Städten in Verbindung gebracht. Und doch hat sich schnell gezeigt, dass bei uns im ländlichen Raum der Bedarf da ist und dass es bei uns viel verdeckte Armut gibt. Momentan versorgen die Tafel Wadern und die Lebensmittelausgabe Losheim ca. 450 Personen, davon fast die Hälfte Kinder und Jugendliche.
Sind 20 Jahre Waderner Tafel ein Grund zu feiern oder eher nicht? Die Frage kann auch lauten:
Warum sind Tafeln in einem so reichen Land wie Deutschland nötig? Die Tafel ist daher auch eine Anfrage an unsere Gesellschaft. Die Tafel hilft Menschen, besser über die Runden zu kommen, darf gleichzeitig aber kein Grund dafür sein, Sozialleistungen zu kürzen.
20 Jahre Waderner Tafel sind auf jeden Fall ein Grund dankbar zu sein für das große Engagement der ehrenamtlichen Helfer. Mittlerweile arbeiten 72 Ehrenamtliche in den vier Teams: Transport, Wareneingang, Lebensmittelausgabe und Verwaltung. Es ist eine tolle Gemeinschaft,die jeden Dienstag dafür sorgt, dass die Verteilung reibungslos funktioniert. Von Anfang an war die Tafel ein Ort der Begegnung. Hier haben sich auch Menschen unterschiedlicher Milieus getroffen, die im Alltag kaum Berührungspunkte miteinander haben. Vor allem mit dem großen Zuzug von Flüchtlingen kamen verstärkt Menschen unterschiedlicher Kultur und Herkunft. Das war und ist eine große Herausforderung. Geholfen hat da sicherlich, dass immer wieder Menschen aus anderen Kulturkreisen mitarbeiten. So verwischt z.T. der Unterschied zwischen Helfern und Kunden und es haben sich viele Beziehungen und Freundschaften gebildet.
Es ist gut, dass die Tafel in unseren Kommunen eine große Unterstützung und Hilfsbereitschaft erfährt. Durch die vielen Spenden und Aktionen konnte gewährleistet werden, dass die Tafel Wadern als eine der wenigen Tafeln im Saarland die wöchentliche Ausgabe an alle Kunden beibehalten konnte und auch keinen Aufnahmestopp machen musste. Ein Beispiel für die Unterstützung der Tafel ist die Aktion Kauf eins mehr, die Firmlinge seit 2007 jährlich durchführen. Dabei laden die Jugendlichen die Kunden beim Einkauf ein, ein Produkt mehr zu kaufen und das der Tafel zu spenden. Die nächsten beiden Aktionen finden am 21. März im Haco in Wadern und am 25. April im Globus in Losheim statt. Herzliche Einladung zum Gottesdienst am 15. März und bei den Aktionen Kauf eins mehr die wertvolle Arbeit der Tafel zu unterstützen.
Karl Josef Schmitt, Pastoralreferent im Pastoralen Raum Wadern
